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Namensgeber: Janusz Korczak

Janusz Korczak – Leben und Wirken

  • 22. Juli 1878 geboren als Henryk Goldszmit, Sohn einer jüdischen Familie aus Warschau
  • 1888 neuer Name: Janusz Korczak
  • 1898-1904 Medizinstudium in Warschau,
  • Betreuung von Kindern im Warschauer Armenviertel
  • 1906 wird Arzt in der Kinderklinik
  • 1912 wird Direktor des neu eröffneten Waisenhauses „Dom Sierot“
  • 1914 muss als Militärarzt in den 1. Weltkrieg
  • August 1942 nach Treblinka deportiert und ermordet

 

Janusz Korczak

 

Der Pädagoge, Arzt und Schriftsteller Janusz Korczak wurde 1878 als Henryk Goldszmit in Warschau geboren.

 

Noch bevor die internationale Gemeinschaft mit der Genfer Erklärung 1924 eine erste Deklaration über die Rechte der Kinder verabschiedete, appellierte er in seinen Schriften an die Erwachsenen, Kinder als vollwertige Menschen zu achten. Korczak formulierte Grundrechte für Kinder und setzte diese in seiner pädagogischen Praxis um.

 

Nach dem Abschluss seines Medizinstudiums arbeitete er ab 1906 als Arzt in einer Warschauer Kinderklinik bis er sich schließlich ganz der „Sache des Kindes“ verschrieb.

 

Im Jahr 1912 eröffnete er das jüdische Waisenhaus „Dom Sierot“ (Haus der Waisen) in Warschau, das er 30 Jahre lang als Direktor leitete. Im „Dom Sierot“ verwirklichte Korczak seine Ideen zu einem Erziehungsprogramm, das auf dem „Recht des Kindes auf Achtung und Liebe“ gründete, denn „Kinder werden nicht erst Menschen, sie sind es bereits.“ Er rief die erste Kinderzeitung der Welt ins Leben (1926) und erprobte Formen des demokratischen Zusammenlebens von Kindern (Kinderparlament, Gesetzbuch, Kameradschaftsgericht etc.).

 

Zusätzlich zur Leitung des Waisenhauses hatte Korczak den Posten als Dozent für Sonderpädagogik sowie als Gutachter am Jugendgericht inne.

 

Nach der deutschen Besetzung Polens musste Korczak 1940 mit seinen Waisenhauskindern von der Krochmalnastraße ins Ghetto übersiedeln. Von dort aus wurde er im August 1942 zusammen mit seiner engsten Mitstreiterin Stefania Wilczynska, weiteren Mitarbeitern und über 200 Kindern nach Treblinka deportiert und ermordet. Obwohl Korczak mehrere Angebote zu seiner persönlichen Rettung erhielt, lehnte er diese ab, weil er die Kinder nicht im Stich lassen wollte.

 

(Vgl. Deutsche Korczak-Gesellschaft e.V. – Korczak: Leben und Werk)